Gegen das Vergessen - ein Stolperstein für Karl Kullmann (1907-1941)

6.9.2021  Vor dem Haus in der Korffstraße 9 wurde von der Initiative "Stolpersteine Frankfurt am Main" der erste Stolperstein in Harheim verlegt. Auf Anregung der Hauseigentümer Heike und Stefan Quirin, deren Tochter Leonie in dem Haus eine Praxis für Ergotherapie betreibt, wurde der Stein zur Erinnerung an Karl Kullmann und seinen Einsatz gegen den Nationalsozialismus verlegt. Karl Kullmann war der Großonkel von Heike Quirin und er wohnte hier in der Korffstraße.

 

Wer war Karl Kullmann?

 

Geboren im Jahr 1907 wuchs er in unserem Stadtteil auf. Als junger Mann absolvierte er eine Lehre in Frankfurt und arbeitete dort bei verschiedenen Betrieben. Bereits vor der Machtergreifung bekam er Kontakt zu Kreisen, die sich gegen die Nationalsozialisten einsetzten. Er engagierte sich in der KPD und blieb auch nach deren Verbot aktiv im Widerstand. Seine Freunde und er stellten im Untergrund Informationsmaterialien her und verteilten diese heimlich. Diese Aktivitäten brachten ihm ab 1934 mehrjährige Freiheitsstrafen wegen "Hochverrat" ein, unter anderem im Zuchthaus Kassel. Karl Kullmann hat seinen Einsatz gegen das nationalsozialistische Regime mit seinem Leben bezahlt. Er wurde 1941 "freiwillig" zu einem Bombenentschärfungstrupp kommandiert - ein Himmelfahrtskommando, das er nicht überlebte.

 

 

Wir freuen uns über diese Ehrung für einen Mann, der in jungen Jahren die Unmenschlichkeit des Nationalsozialismus erkannte und die Courage hatte, sich im Angesicht der damit verbundenen persönlichen Opfer dagegen einzusetzen.

 

Wir danken Margot Schäfer und Dr. Dagmar Wendler vom Kulturverein Harheim, die durch ihre Recherchen und Archivforschung dieses Schicksal dem Vergessen entrissen haben und wir danken der Initiative "Stolpersteine Frankfurt am Main" für ihre Arbeit, die durch den Gedenkstein die Erinnerung an Karl Kullmann in unseren Stadtteil bringt.