Ein toller Abend zum Thema Kultur

vlnr: Siegfried Herold (Theater Grüne Soße), Gregor Maria Schubert (Lichter Filmfest), Christina Maria Ringer (Moderation), Martin Benedikt Schäfer (CDU Römerfraktion), Annemie Stitz-Krämer (Frankfurt Style Award), Andreas Hübner (Patronatsverein)
vlnr: Siegfried Herold (Theater Grüne Soße), Gregor Maria Schubert (Lichter Filmfest), Christina Maria Ringer (Moderation), Martin Benedikt Schäfer (CDU Römerfraktion), Annemie Stitz-Krämer (Frankfurt Style Award), Andreas Hübner (Patronatsverein)

Die Kultur in Frankfurt mit ihren Chancen und Herausforderungen zu beleuchten: Das hatten wir uns im Rahmen einer Podiumsdiskussion vorgenommen und das gelang den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf großartige Weise. Wir konnten tiefe Einblicke in die vielfältige Kulturszene unserer Stadt gewinnen und verlebten eine kurzweiligen und kommunikativen Abend.

 

Bettina M. Wiesmann (ehem. MdB) hat die Diskussion für uns in vier Thesen zusammengefasst:

  1. Kultur - Kunst und Wissenschaft - müssen frei und unbeeinflusst arbeiten und auf Toleranz und aufgeklärte Auseinandersetzung mit ihren Ergebnissen rechnen können. Sonst herrscht Cancel Culture, und sie cancelt nicht die Ungerechtigkeit, sondern am Ende die Freiheit. Die Freiheit des Denkens gilt es genauso zu verteidigen wie die Würde des Menschen, und die Stadt der Paulskirche sollte hier Vorbild sein!

  2. Kultur ist wichtig und muss uns etwas wert sein. Sie ist kein nachrangiges Thema, das drankommt, sofern Geld- und Zeitbudgets noch etwas übrig haben. Der Zugang zur Kultur - von unserer Geschichte bis zum Experiment mit den Ausdrucksformen von morgen - hat Voraussetzungen, für die wir in den Familien-, Bildungs- und natürlich Kulturpolitik sorgen müssen. Hier geschieht in Stadt und Land noch nicht genug.

  3. Kultur ist weit mehr als ein Hilfsfaktor für den Wirtschaftsstandort. Frankfurt hat sich zu lange darauf verlassen, dass die Kulturinstitutionen sein Standing schon hochhalten werden, und darüber viel Drive und auch Exzellenz eingebüßt. Wäre da nicht das großartige bürgerschaftliche Engagement von Stiftern, Mäzenen und etlichen Unternehmen, sähe es noch deutlich schlechter aus. Aber Tatsache ist, dass mit Blick auf die Bühnen, die Museen, die Hochschulen, die Kinder- und Jugendarbeit uvm wir aus dem guten Bestand leben, ohne ihn mit klarem Ziel weiter zu entwickeln.

  4. Die Politik ist gefordert, dies zu leisten: einen kulturellen Anspruch für unsere wachsende Stadt in der lange Jahre boomenden und weiter potenzialträchtigen Region zu entwickeln und daraus Strategien für Kunst und Wissenschaft abzuleiten. Eine Denkrichtung könnte die Europäische Bürgerstadt Frankfurt sein, die von der Vielfalt der Bürger genauso lebt wie von ihrem Gemeinsinn, die Austausch, Handel und Diskurs genauso hochhält wie die Bereitschaft zu Leistung und Veränderung.

 

Fotos: Frank Immel, Marco Wagner, Bettina M. Wiesmann

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